eine Arbeit über das italienische Dorf Barchi

mura
mare
monte

Erwähnung der Arbeit im Deutschen Architekten Blatt online.

“Ein ganzes Dorf wird gescant

Der Architekturstudent Johannes Kreye von der Hochschule München hat für seine Abschlussarbeit das süditalienische Dorf Barchi in Punktwolken umgewandelt. Er hat Barchi im Ganzen und bis ins Detail vermessen und eine Datei erstellt, die es ermöglicht, das Dorf virtuell zu erleben. Das Projekt umfasst historische Recherchen, Aspekte der Nachhaltigkeit, der Denkmalpflege und Eingriffe in die alten Mauern mit zeitgenössischem Design.”

KI und BIM: Vom Laserscan zur Punktwolke zum BIM-Modell

Barchi, Marken, Italien

In meiner Arbeit erläutere ich, wie ich mit dem italienischen Dorf Barchi in den Marken in Kontakt trete, setze verschiedene Perspektiven zusammen, und entwickle eine Rauminstallation mit Ausblick. Vom Nachbarhügel aus, überblickt man die geografische Lage des Ortes. Viele Hügel, einer nach dem anderen mit geschichtsträchtigen und kulturhistorischen kleinen Ortschaften, eingebettet in weitläufige Felder und Wiesen, dazwischen Baumgruppen, darunter auch uralte Kastanienbäume, eröffnen sich weitläufig. Es türmt sich vor der Adria in die eine Richtung und in die andere steigert es sich zur Gebirgskette,
den Apennin. Unweit von hier erstrecken sich offiziell ernannte Naturschutzgebiete, eines davon ist die Furlo Schlucht.

Die Natur ist hier in ihrem Element, das spürt man. Richten wir den Blick nach dem Hügelort Barchi, welcher typischerweise auch von einer uralten Stadtmauer umringt ist, und nur durch zwei Tore Eingang gewährt wird, sieht man den
Turm schon von weitem. Durch das Renaissance
Tor geht man auf einer gepflasterten Straße, die eher ein schmaler Weg ist, und etwa zwei Minuten zu Fuß, Ortsanfang und Ortsende verbindet. Durch die enge Gasse streifen wir an noch kleineren Gässchen vorbei und biegen ein, in die rechte Abzweigung zur Casa Enrici. Hineingehend, ein Stockwerk nach oben steigend, kommen wir zu einem Dachlukenfenster, dessen Aussicht wieder die ganze Landschaft offenbart, mitten in den Hügeln, östlich das Meer, westlich die Berge.

Ich habe Kontakt zu einigen Einheimischen geknüpft. Wir erforschten Strukturen, und Materialität des Hauses und des Dorfes. Dazu habe ich das Dorf bis ins kleinste Detail in einem 3D Scan dokumentiert. Geschichtliche Informationen 
konnte ich vom Historiker Marco de Santi durch ein Interview mit Stadtführung bekommen. 
Die Geschichte des Hauses reicht weiter in die Vergangenheit als gedacht. Was hat sich in dem vor 500 Jahren erbauten Haus verändert? Was ist noch genau wie damals? Wie haben die Menschen während der Renaissance in Barchi gelebt? Was hat es mit den Tunnelsystemen unter dem alten Stadtkern auf sich?